Eine wahre Geschichte:
Ein Freund hat dich gefragt ob du mit ihm in zwei Tagen ins Kino gehen magst. Der Film interessiert dich sehr, und auch den Freund hast du schon lange nicht mehr gesehen. Aber vielleicht ruft dich doch noch ein Anderer an, der gesagt hat, dass er bald mal wieder vorbei kommen mag. Und außerdem braucht deine Schwester vielleicht noch Hilfe beim Umziehen.
Jetzt weißt du natürlich nicht was du tun sollst, deswegen sagst du sicherheitshalber nicht ganz zu, sondern vielleicht sagst du´s dem Freund dann erst in ein oder zwei Tagen.
Kommt dir das irgendwie bekannt vor ?
Mir schon, und ich hasse es, egal ob ich derjenige bin der fragt oder der Gefragte selbst.
Es wird Zeit daran etwas zu ändern meinst du nicht?
JA oder NEIN
Sag Ja, oder sag Nein, aber versteck dich nicht hinter Ausflüchten und vorsichtigen Formulierungen. Und wenn du schon nicht gleich Ja oder Nein sagen kannst, dann lege fest wann du es tust. Nicht nur für dich, sondern auch für den Anderen.
Ein bisschen mehr Härte in dieser Beziehung hilft dir deine Kommunikation zu verbessern und im Endeffekt wird es viel einfacher. Versprochen!
Du musst dann nämlich nicht mehr den ganzen unnötigen Ballast von Entscheidungen mit dir herum schleppen, sondern hast schon klare Richtlinien gesetzt.
Da ist eine Party am Samstag und du bist eingeladen? Nimm dir Zeit, denk kurz nach und dann entscheide.
Jetzt, nicht später.
Oder nimm dir ein paar Minuten Zeit. Aber tu es gleich. Innerhalb von fünf Minuten lassen sich weit mehr Entscheidungen abwägen als du glaubst.
Was hast du davon ?
Tja, eine ganze Menge:
Erstens ist dein Kopf frei geworden. Du hast den Entscheidungsprozess hinter dir und musst dir keine Gedanken mehr darum machen.
Zweitens, du kannst dich darauf konzentrieren welche Folgen deine Entscheidung hat und wie du damit umgehst.
Drittens, da die Kommunikation mit dir jetzt deutlich einfacher geworden ist, wirst du sehen wie sehr das auf dein Umfeld positiv wirkt. Jeder mag Menschen die sich Entscheiden statt herum zu drücken. Du belastest jetzt nicht mehr das Hirn Anderer mit der Aufgabe dich als großes Fragezeichen in verschiedenen Situationen zu betrachten.
Vielleicht ist das am Anfang etwas ungewohnt, aber es ist wirklich um einiges Einfacher sich mit diesem System durch die Welt zu bewegen als das ewige Aufschieben und nicht fest legen wollen. Probiers einfach aus, du wirst sehen es ist viel schöner wenn du dir um den Moment Gedanken machen kannst, anstatt abzuwägen wann du was wem jetzt vielleicht doch absagst oder auch nicht.
Ein altes Sprichwort lautet: Denke scharf nach und entscheide innerhalb von sieben Atemzügen.
(Tsunetome Yamamoto|Hagakure)
2 Kommentare
April 23, 2009 um 2:20
das problem ist, dass viel zu viele sich immer mehrere optionen offen halten wollen und mit einem arsch auf 100 hochzeiten tanzen.
ich persönlich verfahre nach dem prinzip: habe ich zeit und lust, sage ich zu. und das bleibt dann meist auch meine einzige zusage für den abend. wenn sich jemand mit mir davor am nachmittag treffen will und ich dazu zeit und lust habe, kein problem, aber keine 3 partys gleichzeitig bitte
April 24, 2009 um 6:25
Absolut meine Rede. Das Problem ist glaube ich auch, dass Freunde wie Veranstaltungen gesehen werden. Es ist wie du sagst, bis zum Schluss alles offen halten.
Ein Freund ist aber kein Entertainer, sondern jemand der vielleicht darauf wartet ob du zu oder absagst. So gesehen zieht der Unentschlossene immer mehrere Andere mit in den Strudel. Dann verkompliziert sich plötzlich ein Wochenende zu einem Albtraum an Vielleichts, Wenns und Möglicherweises.
S´hilft aber alles nix, ich kann eh nur bei mir selber anfangen und versuche daher Entscheidungen gleich zu treffen. Ich hab ja dann den Kopf frei und bin weniger gestresst. Somit hats gleich auf mich eine Auswirkung.