Montag diese woche war im MQ eine kleine Veranstaltung zum Thema Games dont kill.
Die Vorgeschichte:
Nach dem Amoklauf eines Schülers in Winenden tat sich im Internet einiges. Die Gamecommunity wehrte sich wieder einmal gegen die einfache Erklärung, dass Spiele an ausufernd brutalem verhalten von Teenagern shculd sind. Einem Tweet von Jana Herwig folgend hat Harald eine Flickr Group gegründet und nach mehr als achtzig Einsendungen zum Thema entstand ein kleiner Internet Schneeball. Fast forward zwei Monate, wir stehen im MQ und hören uns die Geschichte dazu an.
Der Vortrag:
Interessant war der ganze Abend, für mich allerdings besonders toll, der Vortrag von Konstantin Mitgutsch der recht gut die Zusammenhänge zwischen Wissenschaft und Hausverstand erklärte. Grundtenor war, dass das Ding das wir Hausverstand oder auch gesunder Menschenverstand nennen eine Ansammlung von Erfahrungen ist. Die Zusammensetzung ergibt sich aus Beobachtung, Aufnahme von wissenschaftlichen Informationen und Lebenserfahrung.
Eigentlich eine sehr gute Sache, schließlich verwenden wir so unsere Erfahrungen um durch das Leben zu gehen und jede Situation die uns begegnet einzuschätzen. Problematisch wird diese Angewohnheit erst wenn wir mit neuen Erkenntnissen versorgt werden. Da wir uns als Menschen zu einem gewissen Teil immer gegen Veränderungen wehren ist es also nicht weiter verwunderlich wenn uns der gute Hausverstand jedes Mal ein großes rotes Warnschild hinhält wenn wir Informationen hören die nicht in unser kleines Weltbild passen.
Dann wird ohne Unterlass auf sämtliche Erkenntnisse, und seien diese noch so oft wissenschaftlich belegt oder logisch begründet, gepfiffen. Wir lassen uns dann lieber von unserer untrüglichen inneren Vorsehung leiten, bevor wir unsere eigene Wahrnehmung mit neuen Informationen versorgen.
Auch ein schönes Zitat hat Herr Mitgutsch gebracht nämlich:
Der gesunde Menschenverstand ist eigentlich nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat. (Albert Einstein)
Fazit:
Der grundtenor war freundlich und aufgeklärt, die Interessen der Anwesenden waren kaum gegenläufig und haben dennoch zu mehreren kleinen Diskussionen geführt. Das Thema könnte etwas öfter so entspannt in Angriff genommen werden damit nicht immer die Spiele als Sündenbock für abnorme Verhaltensweisen von Jugendlichen herhalten müssen.
Ich hab mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt, auch die Disskussion im Anschluss war angenehem und nicht von irgendenwelchen fehlgeleiteten Emotionen geführt. Dazu sollte allerdings gesagt werden, dass auf der Veranstaltung keine fanatischen Spielegegner anzutreffen waren, also haben sich eigentlich alle nur um den Bart geredet, zumindest dort wo ich war.
1 Kommentar
Juni 17, 2009 um 12:11
zum thema hausverstand moechte ich gerne auf ein lied hinweisen, welches mich in meiner jugend sehr lange begleitet hat:
http://www.youtube.com/watch?v=7wzuDr9VaFM
ich denke dieses lied macht so einiges klar und kommt recht nah an alberto heran, dem alten einefetzer.
das der song volksmusikalisch beinflusst war, hat mich nur zusaetzlich aus den socken gehaut.
heute als angepasster spiesser schaue ich mit einer mischung aus melancholie und wehmut auf diesen song zurueck und fuehle mich dabei wie ein alter hippie, der nie ein wirklicher hippie war, weil er einfach nur keine wirkliche alternative hatte, wenn er ueber woodstock redet, aber nie selbst dort war.